Dienstag, 3. Mai 2016

In den Minen von Potosí

Es geschah vor langer Zeit, dass die Spanier Südamerika kolonialisierten auf der Suche nach Gold und anderen Schätzen. Das Sagenumwobene El Dorado fanden sie zwar nie, doch in Potosí fanden sie einen Berg voller Silber, das bereits die Inkas am Fördern ware . 1533 gründen die Spanier eine Siedlung am Fusse des Cerro Rico und bereits ein halbes Jahrhundert später kommt der Grossteil des spanischen Silbermünzes aus dem Berg. Potosí wird zu einer der grössten und reichsten Städte der Welt - und im Berg sterben 8 Millionen Indios beim Abbau des Edelmetalls...

Eine Geschichte, die unter die Haut geht und man sich nicht gross vorstellen kann. Einen Versuch haben wir unternommen: wir gingen in diese Minen rein.

Kurzum: eines der furchteinflössensten Erlebnisse für mich. Du kriechst unter Führung des Bergarbeiters Antonio in diese Minen, du hast kaum Luft (wir sind auf 4'200 Metern) und atmest Feinstaub ein (wenn du nicht die Stoffmaske aufhast).Es ist lärmig und stickig und dunkel. Minenarbeiter schaufeln Schutt an dir vorbei. Jede Bewegung lässt dich nach Luft schnappen und es kommt fast keine. 

Potosí ist der einzige Ort auf der Welt, wo Otto Normalbürger in einem Shop eine stange Dynamit kaufen kann.

Hier gehts rein

Cerro Rico. Heute werden andere Metalle wie Lithium oder Zink abgbaut.

Hier konnte ich immerhin aufrecht stehen...

Eine der Schutzgeister bzw Götzen, die mit 95% Alk, Kokablättern und Zigaretten beschenkt wird, um für das Wohl der Bergarbeiter zu sorgen.


Wieso tue ich mir dies an? 1: Das haben wir uns auch gefragt im Vornherein, da wir befürchteten, die Tour werde zu voyeuristisch. Ist sie nicht. Wir beobachteten nicht arbeitende Menschen unter schlimmen Bedingungen, wir waren Teil dieser Welt für 90 Minuten. 2: um sich nur einen kleinen Eindruck zu verschaffen, wie es zur Blütezeit gewesen sein muss (es war noch viiiiel schlimmer), gibts nur dieses Erlebnis. Kein Geschichtsbuch kann dir dies näher bringen. 3: heute arbeiten immer noch 7'500 Menschen im Berg. Täglich. Für viele ist die professionelle Organisation einer solchen Tour eine Alternative, nicht mehr im Berg arbeiten zu müssen. Eine nachhaltigere und gesündere Alternative).

Impressionen aus Potosí



Würe ich es nochmals machen?Mit Wiederwillen. Und das erinnert mich wieder daran, dass dies ein tägliches Brot für diese Menschen ist. Unvorstellbar.

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