Nur einen Blogbeitrag über Kolumbien zu schreiben ist, wie die Zusammenfassung eines Buchs zu lesen und der Meinung zu sein, alles verstanden zu haben. Dabei kann ein kurzer Beitrag wie dieser niemals die Vielfalt der Natur, die Freundlichkeit der Menschen, die täglichen Begegnungen und Eindrücke erfassen.
Wieso ich dies trotzdem versuche? Mir rennt die Zeit davon. Deshalb möchte ich am letzten Abend hier in Südamerika versuchen, euch zumindest einen Eindruck zu vermitteln. Denn Fakt ist: Kolumbien war, ist und wird wohl auch zukünftig mein Lieblingsland bleiben. Also, von vorne weg:
31. Mai, gefühlt 15 Uhr:
Ade Ecuador, hallo Südkolumbien. Der Teil des Landes, den ich bisher noch nicht besucht habe. Kurzer Pitstop in Ipiales bzw Trip zur Sanctuario de las Lajas im unmittelbaren Grenzgebiet. Ziemlich beeindruckendes Wallfahrtsörtchen in einer Schlucht (wo irgendjemand Verstorbenes irgendjemand Lebendigem erschienen ist) mit herziger Kirche. Leider hats nur für 20 Kurzzeittouriminuten gereicht, denn mein Bus fährt ab Richtung...
Gebaut ist die Kirche über der Schlucht, dort wo die Sichtung stattgefunden haben soll.
1. Juni, 3 Uhr bis 3. Juni, 18 Uhr
Popayan, die Nummer 2 der Kolonialstädte in Kolumbien. Sehr weiss und beschaulich, wenig Touristen. Jemand klaut meine Flipflops (zum zweiten Mal! Wer tut sowas, wer?). Nicht viel los hier, aber gut, um die Reise ein wenig aufzuarbeiten. Dann: Streik! Die Lokalbevölkerung blockiert die Strassen, kein Durchkommen möglich, keine Busse zwischen hier und Cali! Pläne werden umgekrempelt, neu geschmiedet und dank der Kreditkarte finanziert (ein Dank gebührt meiner Buchhalterin Martina).
Überall Tauben!
3. Juni, 20 Uhr bis 7. Juni, 10 Uhr
Bogota. Nicht Cali. Nicht Zona cafetera. Ich muss das Flugzeug nehmen, was finanziell knapp verkraftbar ist, und fliege mit Avianca an den einzig möglichen Ort, Bogotá DC, Hauptstadt, zum dritten Mal mein Zuhause für ein paar Tage. Wiedersehen mit meinem Hostel von vor 4 Jahren, immer noch ist das Cranky Croc ein toller Ort, um Backpacker zu sein (und welche kennenzulernen). Es folgen Partybusausflüge ins Andres Carne de Res in Chia, Tattoosessions, geplante Besteigungen von Montserrate, die wegen geschlossenen Pfaden im Pub enden und ein Wiedersehen mit einem Reisegspändli.
Museo de Oro, eines der interessantesten Museen überhaupt. Und voller Gold.
Noch nicht im Museum, aber auf meiner Haut.
7. Juni, 15 Uhr bis 10. Juni, 10 Uhr
Salento. Kaffeeregion. Grüne Lunge. Die Schweiz mit Palmen. Erholsame Tage und trotzdem werden meine Hiking-Boots nochmals aus dem Rucksack geholt. Nach 2 Monaten. Nichtsdestotrotz (oder deswegen?) riechen diese Schuhe immer noch am Besten. Ausflug zu den Waxpalmen im Valle de Cocora, wo wir uns (und gefühlt 80 % aller Wanderer) nach 4h Wanderung verlaufen und so die ganze Palmlandschaft nicht wirklich von nahe sehen. Aber bin sowieso überzeugt, dass die Fotos vom Wanderstartpunkt die besten Eindrücke vermitteln. Wirklich! Sonst? Kaffeebohnenpflücken by myself inkl Crashkurs in Kaffeekunde und geniessen der Natur.
Die Palmen werden bis zu 60 Meter hoch und stehen da einfach so rum. Gibts nur in diesem Tal.
Kaffeeplantage
Von nahem
Von sehr nahem.
10. Juni,18 Uhr bis 14. Juni, 6 Uhr
Mini-Reunion mit meinem Freund Roan, mit dem ich vor 4 Jahren Mittelamerika unsicher gemacht habe. Er lebt nun in der coolsten Stadt auf Erden, Medellin, ohne plata o plomo, aber mit der Aussicht, viele hübsche Kokumbianerinnen kennenzulernen. Das muss gefeiert werden!Leider gingen die Ereignisse vergessen, aber das ist nicht so schlimm, diese wären eher nicht blogfreundlich gewesen ;)
Daneben waren wir noch paragliden und im schönstmöglichen Kurztripörtchen, das es gibt, Guatapé, das den Vorteil hat, das 1) künstliche Überschwemmungen schöne See- und Hügellandschaften kreieren und 2) ein Monolith inmitten der Landschaft eine gute Aussichtsplattform bildet.
Da hoch sind wir gelaufen, um...
...diese Aussicht zu haben.
Wo ist Walter?
Die bunten Strassen von Guatapé
16. Juni, 20 Uhr bis 20. Juni 20 Uhr
Karibisches Feeling zum beinahe-Abschluss auf San Andres. Die Insel ist zwar näher bei Nicaragua, gehört aber zu Kolumbien und ist drum Feriendestination No. 1. Hier isst man vor allem hervorragenden und frischen Fisch und geniesst die Sonne am azurblauen Strand. Neben tanning meiner noblen Blässe war ich aber auch noch tauchen, um die Reisebucketlist endgültig zu erfüllen.
Jetzt
Bin ich in meinem Hotelzimmer (jawoll, zum Abschluss gibts Luxus) in Cartagena, der schönsten Stadt in Südamerika, und geniesse nochmals ein Best Of von meinem Trip: argentinisches Steak, chilenischen Wein, peruanischen Pisco Sour, karibische Wärme und im TV läuft abwechselnd EM oder Copa America.
Ich bin bereit heimzukommen.
Thomas Out!









































